SSD → NVMe in einem Schritt: Warum der Umstieg spürbar schneller ist (und wie Clonezilla hilft)

Viele Systeme laufen heute bereits mit einer SSD – und fühlen sich trotzdem „nicht ganz rund“ an. Der Grund: Nicht jede SSD ist gleich schnell. Der entscheidende Unterschied liegt zwischen SATA-SSDs und NVMe-SSDs.

In diesem Beitrag zeige ich:

  • wie sich Lese- und Schreibraten unterscheiden,
  • warum NVMe im Alltag oft mehr bringt als reine Benchmark-Zahlen,
  • und wie man mit Clonezilla ohne Neuinstallation von SSD auf NVMe umzieht – in einem Schritt.

1) SATA-SSD vs. NVMe-SSD – der technische Unterschied

SATA-SSD

  • nutzt den SATA-Controller
  • Technik stammt aus HDD-Zeiten
  • limitiert auf ca. 550 MB/s

NVMe-SSD

  • nutzt PCI Express (PCIe) direkt
  • speziell für Flash-Speicher entwickelt
  • extrem geringe Latenz
  • mehrere parallele Datenströme

Merksatz: NVMe ist keine „schnellere SATA-SSD“, sondern eine andere Klasse.


2) Vergleich: typische Lese- und Schreibraten

Laufwerk Schnittstelle Lesen (seq.) Schreiben (seq.)
HDD SATA ~150 MB/s ~150 MB/s
SATA-SSD SATA III ~520–560 MB/s ~450–520 MB/s
NVMe PCIe 3.0 x4 PCIe ~1.500–3.500 MB/s ~1.000–3.000 MB/s
NVMe PCIe 4.0 x4 PCIe ~5.000–7.000 MB/s ~4.000–6.500 MB/s

Hinweis: Diese Werte sind sequenziell gemessen (große, zusammenhängende Datenblöcke). Sie sind wichtig – aber nicht das ganze Bild.


3) Warum sich NVMe „direkter“ anfühlt: Latenz & IOPS

Im Alltag zählen meist viele kleine Zugriffe und kurze Reaktionszeiten. Deshalb sind Latenz und IOPS (Input/Output Operations per Second) oft wichtiger als die maximale MB/s-Zahl.

Laufwerk IOPS (typisch) Alltagsgefühl
HDD ~100 träge
SATA-SSD ~80.000 schnell
NVMe-SSD 300.000–1.000.000+ sehr direkt
  • Programme öffnen schneller
  • Windows reagiert unmittelbarer
  • weniger „Mini-Hänger“

4) SSD → NVMe ohne Neuinstallation: Clonezilla

Der größte Vorteil moderner NVMe-Upgrades: Das bestehende System kann 1:1 übernommen werden – inklusive Bootloader, Partitionen und Windows.

Warum Clonezilla?

  • Open Source
  • arbeitet blockbasiert
  • kopiert Partitionstabelle (GPT), EFI-Bootloader und Windows 1:1
  • keine Neuinstallation nötig

Typischer Ablauf (SSD → NVMe in einem Schritt)

  1. NVMe-SSD einbauen
  2. Clonezilla von USB starten (UEFI-Modus)
  3. device-device → disk-to-disk wählen
  4. Quelle: alte SATA-SSD
  5. Ziel: NVMe-SSD
  6. Klon starten
  7. Alte SSD entfernen → NVMe bootet

Wichtig: Achte darauf, wirklich disk-to-disk (Platte-zu-Platte) zu klonen – nicht nur einzelne Partitionen.


5) Praxisvergleich nach dem Umstieg

Szenario Bootzeit Systemreaktion
SATA-SSD ~12–18 s schnell
NVMe-SSD ~6–10 s „sofortig“

Der Unterschied ist oft subtil, aber dauerhaft: weniger Wartezeit, flüssigeres Multitasking und bessere Performance bei Updates, Builds oder großen Projekten.


6) Wann lohnt sich der Umstieg wirklich?

✅ Sinnvoll bei

  • Business-Desktops & Laptops mit M.2-Slot
  • Entwicklung / virtuelle Maschinen
  • Medienbearbeitung
  • Systemen mit UEFI

⚠️ Weniger relevant bei

  • reinem Office & Web
  • sehr alten Systemen ohne NVMe-Support

Fazit

SSD → NVMe ist kein Marketing-Upgrade. Es ist ein architektonischer Schritt, der moderne Systeme erst wirklich ausreizt. Mit Clonezilla gelingt der Umstieg sicher, reproduzierbar und in einem einzigen Schritt.

Der größte Sprung ist HDD → SSD. Der letzte Feinschliff ist SSD → NVMe.

Posted in ServerTags: